Gestartet mit der "Jung(s)fernfahrt" im Jahr 2000 ging es
zwei Jahre später "Auf schwankende Planken", der Verlust
einer Soubrette wurde in "Christas Abschied" celebriert, und "Das
Gleiche in Grün" setzte das neue Outfit aus exquisiten Pariser
Stoffen in kongeniale Szene ... und nun sind die Soubretten zum 10-Jährigen
Jubiläum beim Abschussball gelandet (ganz richtig, es heißt "Abschussball")
Die (anklickbaren) Plakate zu diesen Programmen sowie zu verschiedenen
Diventreffen mit den Rheintöchtern oder auch mit dem Schwulen Männerchor
Kiel zeigen Die Fetten Koketten Soubretten im Wandel der Zeit.
Das Gleiche in Grün
Sie hatten sich seit Monaten auf diesen Abend vorbereitet, alle anderen Termine
waren verlegt, nichts stand dem großen Abend mehr im Weg. Die Haare
frisch getönt, die Kleider rechtzeitig zurück aus der chemischen
Reinigung, die Pumps gewienert, das Mieder geschnürt, die letzte
Diät war nicht lange vorbei und zeigte noch Wirkung, alles wie geplant
- die Herren sahen fantastisch aus!
Sogar die Damen hatten sich bereit erklärt, diesen Samstag Abend
gemeinsam mit den Herren zu verbringen ... und doch, irgendwie sollte
es nicht sein.
Wer erinnert sich nicht gern noch an die alten Zeiten, als die Welt noch
Orangerot und in Ordnung war? Als die Kleidung noch passend, die Haare
frisiert und keine Hose zu eng war? Als die Leichtigkeit des Seins und
die Eleganz nicht schon ganz profan an der Wahl der Garderobe scheiterte
...
Der Tanztee wartet, und Die Fetten Koketten Soubretten suchen zu retten,
was noch zu retten ist. Auch wenn sich das bei manch einem der Herren
und manch eine der Damen schon als sehr schwierig erweist... ( suchen
sie doch bisweilen vergeblich ihre gewohnte Eleganz). Nur ihre Contenance
haben sie sich bewahrt. Und zum Glück auch das Vermögen, selbst
in den unmöglichsten Situationen unvergleichbar zu bleiben ... außerdem
wissen solcherlei Damen und Herren von Welt sich ja immer zu helfen, auch
wenn sie dafür dann schon mal ein kleines Päuschen brauchen
...
Christas Abschied
Nach Christas tragischem Verschwinden während einer stürmischen Atlantiküberquerung
tauchte zur Testamentseröffnung eine bis daher unbekannte weitere
Zwillingsschwester auf. Franka, die in Polen einen florierenden Autohandel
betrieb, diesen aber schloss, weil sie sich ein lukratives Erbe erhoffte.
(Sagt Sie!!! Ihre Schwestern vermuten eher dunkle Machenschaften hinter
der plötzlichen Flucht.)
Wie dem auch sei... Leider hatte Christa ihr ganzes Vermögen in Perücken
investiert, und außerdem Marta den verbliebenen kleines Rest des
Geldes vermacht.
Marta investierte dieses in die schon lange ausstehende Schönheitsoperation,
bei der sie aber in ein tiefes Koma fiel und erst vor kurzem daraus wieder
erwachte. Leider hat die Operation nicht die beabsichtigte Wirkung erzielt,
so dass sich Marta erst wieder in der Öffentlichkeit zeigen wird,
wenn eine andere der zurückgebliebenen Schwestern ihr eine erneute
Operation bezahlen wird. Da aber bei allen Schwestern die Mittel (die
finanziellen) begrenzt sind, wird Martas Erscheinen wohl noch etwas auf
sich warten lassen......
Auf schwankenden Planken
In den 50er Jahren war unser Damentrio unter dem Namen "Die zarten
Soubretten" das Aushängeschild des deutschen Fräuleinwunders
der Nachkriegszeit.
In ihren letzten Jahren a.F. (ante Fettabsaugung) boten sie die leicht
unglückseelige Kombination von Backfischgehabe, gepaart mit matronenhaftem
Aussehen. Doch hinter all ihrer Schminke und dem Glittertand verborgen
lagen wahrhaft ruinöse Desaster! Die Damen zollten wohl oder übel
-wohl mehr übel- der Zeit, ihrem Alter und Aussehen Tribut und nannten
sich in den 60ern nunmehr "Die Koketten Soubretten".
Denn kokett waren sie schon immer; zum einen war dieses Attribut zeitlos,
und zum anderen intendierte es keine optische Erwartungshaltung.
"Zart" aber - nun, das Wort "zart" rief beim Erscheinen
der Soubretten auf der Bühne im Publikum jedes Mal ungewollte Heiterkeitsausbrüche
hevor.
Nach einem Mitte der 70er vom Publikum begeistert aufgenommenen Konzert
im Rahmen der Erstauflage der Trierer Antikenfestspiele im dortigen Amphitheater
ließ sich ein böswilliger Kritiker über die Leibesfülle
der Damen aus; sie wären "sehr kokett, ziemlich nett, doch viel
zu fett".Das stürzte die Damen in eine tiefe Identitätskrise
(mit einhergehender Nulldiät und Schnürkorsett), zumal sie seit
dieser Böswilligkeit leider nicht mehr als die "netten, koketten",
sondern nur noch als "Die Fetten Koketten Soubretten" bezeichnet
wurden. In den 80ern legte das Trio eine kreative Schaffenspause ein (man
munkelte auch von unerfüllten Kinderwünschen), um Ende der 90er
allein durch die Liebe und das Vertrauen zweier junger Männer (und
natürlich durch die schon angesprochene Fettabsaugung, plastische
Chirurgie, bessere Schminke und zeitgemäßes Design) genügend
Mut und Selbstvertrauen zu entwickeln, um mit der gefälligen Unterstützung
der schon erwähnten jungen Männer ein Comeback "Auf Schwankenden
Planken" zu wagen.
Jung(s)fernfahrt
New York, 1917. Die Luxusjacht "MS Inkontinentia" war soeben vollendet
worden und ludt zu ihrer Jungsfernfahrt ein. An Bord waren auch die bezaubernden
Drillinge Christa, Guida und Tomsa. Beachtet und beneidet wegen ihrer
atemraubenden Schönheit, ihres übersprudelnden Charmes und ihrer
außergewöhnlichen Intelligenz wurden sie schnell zum Mittelpunkt
des gesellschaftlichen Lebens und Treibens an Bord. Niemand
konnte die Herren so unterhaltsam unterhalten wie Christa, die stets Kostproben
ihrer berühmten Haartönungsessenz herumreichte und diese als
neuartiges Sexualtonikum propagierte.
Niemand gab den Müttern an Bord mehr Kraft, Stärke und Unterstützung
in der Betreuung der Kinder als Guida, die als mehrfach promovierte Erzieherin
bereits an Königshäusern gedient hatte. Dass das eine oder auch
andere Kind von Bord verschwandt, gehörte zu den lästigen, aber
unerklärlichen Begleiterscheinungen ihrer professionellen Unterstützung.
Niemand gab den Passagieren an Bord nützlichere und praktischere
Schönheitsberatung als Tomsa, deren Namen aus dem Griechischen kommt
und "die unglaublich Schöne" bedeutet. Wegen der anhaltenden
Geruchsbelästigung durch das Zusammenwirken diverser Komponenten
wie Bleichmittel, Faltenwegspritzpaste, Schrumpfhautcremes etc. wurde
ihr daraufhin nahegelegt, sich ein anderes Hobby zu suchen. Tomsa gebrauchte die
natürlichen Waffen einer Frau und machte schnell Bekanntschaft mit
Dieta und Manfra, einem berühmten Travestieduos des verschwundenen
19. Jahrhunderts. Die beiden ebenfalls mit viel natürlicher Schönheit
und Armut gesegneten Männer schlossen das Drillingsgespann schnell
in ihre Arme und in ihr Herz. Ganz besonders betört waren sie von
Christa, vor allem von ihrem Charme, ihrem Anmut und ihre Diamanten.
Leider explodierte kurz vor Spitzbergen eine winzige Flasche der Haartönungsessenz.
Der Inhalt fraß sich durch sämtliche Decks und ätzte ein
winziges Loch in die Außenhaut. Der langsame, aber unaufhaltsame
Wassereintritt blieb zu lange unbemerkt und brachte den Ozeanriesen letztendlich
zum Sinken. Die Drillinge und ihre beiden Begleiter waren die einzigen
der 3678 Passagiere, die dieses grässliche Unglück überlebten.
Es ist schwer für die Damen, mit diesem Trauma weiter zu leben. Doch
es gelang. Zumindest solange die Haartönung hält, genügend
Sekt vorhanden ist und die männlichen Begleiter Halt und Stärke
vermitteln......